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Besuch für den Nachwuchs im Betreuungsverbund St. Irmgardis

Heute bekommt die Müttergruppe des Betreuungsverbundes ganz besonderen Besuch. Aufgeregt warten zwei junge Frauen. Beide haben kurz zuvor entbunden und einen kleinen Sohn bekommen. Schon seit einigen Jahren werden die frisch gebackenen Mütter mit ihren Kindern von den beiden Vorstandsdamen Frau Dr. Schulte-Wissermann und Frau Spang begrüßt. Es gibt immer ein nützliches, wie auch ein schönes Geschenk: Für jedes Kind einen Schlafsack und ein selbst gestaltetes Album. Den Müttern wird die Bedeutung des ausgesuchten Vornamens erklärt und schnell ist man im Gespräch. Nach dem Besuch berichtet die Sozialpädagogin aus der Müttergruppe, Frau Lederer, noch von den Besonderheiten der Arbeit mit den jungen Müttern, die ja mit ganz bestimmten Wünschen und Erwartungen ihre neue Rolle übernommen haben.

„Gerade in jungen Jahren werden Mädchen oft schwanger, weil durch die Mutterschaft eigene Bedürfnisse gestillt werden sollen. Häufig geht es um die Suche nach Nestwärme, die man in der eigenen Familie nicht gefunden hat und um den Wunsch, den Freund fest an sich zu binden oder sich dem Druck und den Versagensängsten, die eine Schul- oder Berufsausbildung mit sich bringt, nicht stellen zu müssen. Vielleicht gibt es ja auch die Erwartung der Rollenfindung in der Mutterrolle, um dadurch in eine Art Schonraum zu gelangen. Die Werbung verspricht eine “heile Welt”, in der Mutter und Kind sich liebevoll anlächeln und rundherum zufrieden wirken. In der Realität ist dann alles nicht so einfach. Der kleine Mensch stellt Anforderungen an die jungen Frauen, die mit der Bewältigung ihrer eigenen Probleme schon sehr gefordert sind. Die Schul- bzw. Berufsbildung wird neben der Mutterrolle zur Doppelbelastung. Der Freund lässt sich nicht unbedingt auf die Vaterrolle ein, was zu vielen Streitereien und großem Kummer führt. Natürlich lächelt das Baby nicht immerzu und braucht die volle Aufmerksamkeit der Teenagermutter, die wie jeder andere Teenager noch so viel vor hat.

Unsere Aufgaben als Pädogoginnen in der Müttergruppe sind vielfältig und angepasst an die speziellen Bedürfnisse der Teeniemütter. Es geht um Begleitung, Stärkung und Unterstützung auf dem Weg in ein eigenständiges Leben. Viele der jungen Frauen werden in die Lage versetzt, einen Schulabschluss zu bekommen und den Einstieg ins Berufsleben zu finden. Die meisten Mütter schaffen es, ihre Persönlichkeit zu stärken und können in der eigenen Wohnung ihre Lebensplanung mit dem Kind verfolgen. Wir freuen uns beim Auszug mit der jungen Mutter, aber nach dem begleiteten Prozess der Selbstfindung gibt es oft ein lachendes und ein weinendes Auge bei den jungen Frauen. Meist wird die Mutter aber übergangsweise noch in der eigenen Wohnung betreut, so dass die Loslösung nicht abrupt erfolgt und die junge Frau Sicherheit gewinnt für den Schritt in die Selbstständigkeit mit ihrem Kind.“

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